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Urheberrecht II

Fortsetzung zu Urheberrecht I.
Diese Slideshow beinhaltet die Rechte des Urhebers im Einzelnen, Schranken des Urheberrechts, Rechtsdurchsetzung und Leistungsschutzrechte.


Wir freuen uns über Kommentare und stehen bei Fragen gerne zur Verfügung 😉
Paulina Wehinger, Isabelle Cordon
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Kategorien:Urheberrecht

Urheberrecht

Mai 13, 2010 1 Kommentar

Das Urheberrecht schützt das Recht des Urhebers an seinen Werken gegen die Entstellung und wirtschaftliche Ausbeutung seiner Werke.

Für die Medien hat es in zweierlei Hinsicht eine Bedeutung. Zum einen müssen sie die Urheberrechte derjenigen Rechteinhaber beachten, deren Werke sie nutzen, andererseits können sie bei Schaffung eigener Werke, sich selbst auf die geltenden Urheberrechte berufen.

Da das Urheberrecht den Urheber gegen eine Entstellung seines Werkes schützt und es darüber hinaus dem Urheber auch Rechte einräumen kann, spricht man auch von einem Urheberpersönlichkeitsrecht. Zudem wird es durch das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Verfassung ergänzt und stellt eine Konkretisierung dessen dar.

Das Urheberrecht ist im Urheberrechtsgesetz von 1965 geregelt, das den gesamten Urheberrechtsschutz, persönlichkeitsrechtliche wie wirtschaftliche Rechte umfasst. Durch eine zunehmende Entwicklung in der Informationsgesellschaft, wurde eine Anpassung des nationalen Urheberrechts notwendig, sodass bereits eine dritte Reform in naher Zukunft zu erwarten ist.

Das Urheberrecht schützt persönlich geistige Schöpfungen, insbesondere Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst, zum Beispiel Kompositionen, Gemälde, Reden, Vorträge, Filme, Fotografien, Musikaufnahmen sowie auch Computerprogramme und Datenbanken. Ein Schutz entsteht für ein Werk, wenn die persönliche geistige oder künstlerische Leistung eine angemessene Schöpfungshöhe aufweist, also kreativ genug ist und die Individualität des Schöpfers zum Ausdruck kommt. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Werk sinnlich wahrnehmbar ist (Tonband, Film, CD, Schauspiel oder Choreographie). Bloße Gedanken und Ideen sind hingegen nicht geschützt. So kann ein Fernsehsender die Spielidee eines anderen Senders für eine eigene Unterhaltungsshow übernehmen ohne das Urheberrecht zu verletzen. Schützfähig wäre nur eine konkret gestaltete Sendung.

Das Urheberrecht entsteht im Moment der Schaffung des Werks und muss nicht angemeldet werden. Ein Copyright-Vermerk, der aus dem angloamerikanischen Recht stammt, ist dem deutschen Recht fremd und deshalb nicht erforderlich.

Damit der Urheber die Gewissheit hat, dass seine Erben nach seinem Tod versorgt sind, endet das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers und ist somit vererblich. Im Anschluss daran wird das Werk gemeinfrei, d.h. jeder hat freien Zugang zu den Werken ohne auf wirtschaftliche Interessen und Persönlichkeitsrechte Rücksicht nehmen zu müssen.

 

Der Urheber

Ein Urheber kann jede natürliche Person sein, wobei Volljährigkeit und Geschäftsfähigkeit keine Rolle spielt. Eine juristische Person jedoch kann anders als im US-amerikanischen Recht kein Urheber sein.

Sind an einem Werk mehrere Personen beteiligt, spricht man von einer Miturheberschaft, die im § 8 UrhG geregelt ist. Die Verwertungsrechte obliegen allen Miturhebern gemeinsam und zwar prozentual nach dem Umfang ihrer Leistung am Werk. Ein Beispiel wäre die prozentuale Beteiligung mehrerer Autoren eines Sammelbands an dessen Verkaufserlös.

 

 

 

 

Unterscheidung der Rechte aus dem Urheberrechtsgesetz

Das Urheberrechtsgesetz schützt die wirtschaftlich relevanten Verwertungsrechte und das Urheberpersönlichkeitsrecht.

Als ein umfassendes absolutes Recht behält das Urheberrecht dem Urheber alle vorhandenen und künftig möglicherweise neu entstehenden Verwertungsmöglichkeiten seines Werkes vor. Dabei kann der Urheber anderen Personen sogenannte Nutzungsrechte einräumen, sodass sie das geschützte Werk in bestimmter Weise nutzen können.

Es können zwei Arten von Nutzungsrechten unterschieden werden: Das ausschließliche und das einfache Nutzungsrecht, die jeweils vertraglich geregelt werden müssen.

Das ausschließliche Nutzungsrecht berechtigt seinen Inhaber zur Nutzung des Werks, wobei alle anderen Personen, einschließlich des Urhebers selbst, von der Nutzung ausgeschlossen werden können.

Das einfache Nutzungsrecht (Lizenz) berechtigt den Inhaber das Werk auf die festgelegte Art zu nutzen. Dabei sind neben dem Inhaber der Urheber selbst sowie andere Personen zur Nutzung berechtigt.

 

Vergütung

Unabhängig von vertraglichen Vereinbarungen hat der Urheber einen Anspruch auf angemessene Vergütung. Demzufolge kann der Gesetzgeber in die Vertragfreiheit der Parteien eingreifen, wenn die vereinbarte Vergütung nicht angemessen ist. Des Weiteren kann auch der Urheber den Vertragspartner zu einer Vertragsänderung zwingen, wenn er sich in finanzieller Hinsicht benachteiligt fühlt.

Beispiel

Das Buch eines Autors wird unerwartet zu einem Bestseller. Dieser hat aber von seinem Verlag nur ein einmaliges Pauschalhonorar erhalten. In diesem Fall kann dem Autor eine den Umständen nach weitere angemessene Beteiligung gewährt werden (Vertragsänderung).

Quellen:
Bild 1: http://www.studentenwerk.tu-freiberg.de/de/media/RECHT.jpg
Bild 2: http://kamelopedia.mormo.org/images/3/3b/Urheber.jpg

erstellt von: Heike Fessler und Janine Walter